Amsterdam für Fortgeschrittene – 7 Insidertipps für deinen Wochenendtrip

Du hast genug von Grachtenrundfahrten? Du willst nicht zum dritten Mal ins Anne-Frank-Haus? Der süßliche Geruch der Coffeeshops nervt dich? Sonnenblumenbilder können dir gestohlen bleiben? Du meinst, noch mal musst du echt nicht nach Amsterdam?

Doch! Warum du unbedingt noch mal hin musst. Und zwar dieses Jahr!

Amsterdam schafft es immer wieder zu überraschen. Die einzigartige Atmosphäre erschließt sich nicht in den Touristenströmen am Damplatz oder in der Schlange zum Rijksmuseum. Die märchenhafte Stadt versteckt ihre Juwelen gut, du musst sie suchen. Ich habe sieben Orte für dich gefunden, die das Amsterdamer Flair in Riesendosen versprühen. Hier kommt die Schatzkarte.

1.  Het Papeneiland – Eckkneipe mit viel „Gezelligheit“

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Dieses Prachtstück einer „braunen Kneipe“ (Bruine Café‘) liegt an der Ecke von Prinsengracht und Brouwersgracht. Die „Papstinsel“ ist so urig und gemütlich, dass die holzvertäfelte Kneipe auf zwei Etagen (Raucherbereich oben) schon wieder hip ist. Sitzt man in der Abendsonne auf den kleinen Holzbänken, blickt man sinnierend auf die Brücke und staunt über die Fahrradmassen, die sie überqueren.

Das „Bruine Café“, der Name wohl wegen der dunklen Holzvertäfelung, zieht Einheimische sowie vorbeistreunerne Touristen an, die die typische Amsterdamer „Gezelligheid“ schätzen. Da kommt man über einem Bier schnell ins Schwätzen. Die dunkelroten schweren Vorhänge und Kronleuchter vergrößern das Wohlbefinden.  Eine große Bierauswahl mit unter anderem fünf Sorten des Bieres Brouwerji’tij lässt wenig Wünsche offen. Unten an der Theke können einige (leider nicht vegetarische) Essenskleinigkeiten bestellt werden.

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Hinkommen: Het Papeneiland liegt an der Ecke von Brouwersgracht und Prinsengracht im westlichen Grachtengürtel circa 500 Meter nördlich vom Anne-Frank-Haus am Kanal entlang. Auch vom Hauptbahnhof ist die Kneipe gut zu erreichen: In circa zehn Minuten (1 km) erreichst du Het Papeneiland über die schöne Haarlemmerstraat. An der Prinsengracht links abbiegen.

Website: http://www.papeneiland.nl/de/,

Adresse: Prinsengracht 2

mehr über die Braunen Kneipen: http://lagriciosa.de

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2. t’blauwhooft – lecker Käsefondue zwischen Locals mit supersympathischen Kellnern

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Wer in die Abendessenkultur der Amsterdamer eintauchen will, ist hier genau richtig. Eng gepackt sitzen die Bewohner dieses Stadtteils im sogenannten Eetcafé und lassen es sich gutgehen. Das gesellige Essen wird hier merklich zelebriert. Die Stimmung ist gut, die Kellner tun alles, damit es der Kundschaft an nichts mangelt. Hier kann man auch nur zum Trinken herkommen. Man würde allerdings einiges verpassen. Sehr empfehlenswert ist das Käsefondue, sogar ein Refill wurde uns hierfür angeboten (den wir leider nicht mehr verstofflichen konnten).

Das Besondere am t’blauwhooft ist die heimelige Atmosphäre, die jeden Fremdkörper (=Tourist) sofort absorbiert und integriert. Rundum glücklich, satt und zufrieden verlässt man diese Stätte erst nach ein paar Stunden wieder.

Eine gut ausgestattete Bar ist vorhanden, es kann auch draußen auf dem Vorplatz diniert werden.

Hinkommen: Hier verirren sich Touristen nur selten her, dabei ist es nicht weit ab vom Schuss. Auf dem Bickerseiland, eine typische Amsterdamer Insel im Westen der Stadt. Von der Centraal Station in 15 Minuten zu Fuß erreichbar: Am Hinterausgang raus und links abbiegen. Am Kamer van Koophandel wieder links ab (am Wasser entlang). Wenn man das Gebäude von „Squash City“ sieht, ist es nicht mehr weit. Nach der Brücke rechtab unter den Gleisen durch und du siehst das ‚t Blauwhooft rechts vor dir.

Adresse: Hendrik Jonkerplein 1

Website: http://www.blaauwhooft.nl/

Ab 15.00 Uhr geöffnet, Küche bis 22.00 Uhr

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3. Pllek – der perfekte Samstagnachmittag mit Sand an den Füßen, Blick aufs Wasser und einem Kran

Du willst eigentlich aus der Stadt raus? Mal entspannen? Mal die Seele baumeln lassen? Aber nicht so weit weg? Pllek ist dein Ort.

Am nördlichen Ufer des Ij (der Fluss, der östlich von Amsterdam zum Ijsselmeer wird) ist es deutlich entspannter. Hier ist Industriecharme angesagt. In den Ij-Hallen neben dem Ausflugsziel Pllek ist ganz nebenbei auch noch einer der größten Flohmärkte der Welt untergebracht (http://ijhallen.nl/ -ein bis zweimal im Monat). Ein Abstecher auf die Nordseite Amsterdams lohnt sich also allemal!

Bei schönem Wetter aalt sich vor dem Café-Restaurant ein buntes Völkchen in der Sonne, Kinder rempeln mit kleinen Eimerchen vorbei und der Drink versinkt im Sand. Samstagnachmittags spielen oft Bands (Programm checken). Der Blick schweift übers Wasser und zum Kran mit alten bewohnten Tramwagons.

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Auch Drinnensitzen ist schön: Im Pllek herrscht selbst überdacht gechillte Strandatmosphäre.

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Hinkommen: Schon die Anfahrt ist ein kleines Abenteuer – die Fähre von der Centraal Station oder weiter westlich von Westerdoksdijk nach Veer MDSM Werf geht alle 20 Minuten und ist umsonst. Nach circa zehn Minuten auf dem Wasser findet man sich wieder an einem „place beyond belief“. IMG_7113Von der Fähre geht es ein paar Schritte nach rechts am Wasser entlang in Richtung Riesenkran. Das Pllek befindet sich noch vor dem Kran auf der rechten Seite direkt am Wasser.

Tipp: Fahrräder mit auf die Fähre nehmen ist natürlich kein Problem.

Website: http://www.pllek.nl/

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4. Café Belgique – Der perfekte Start in eine lange Nacht

Nicht nur den Liebhabern des belgischen Gerstensaftes sei diese urige Bar empfohlen, fünf Gehminuten von der Centraal Station entfernt.  Mehr als 50 Biersorten werden hier serviert, acht davon vom Fass. Wer sich nicht entscheiden kann, dem sei wärmstens das Bier „La Chouffe“ ans Herz gelegt: Ein niedlicher Zwerg ziert das Etikett, es hat 8 Umdrehungen, fruchtig, mit Koriander gewürzt plus leicht hopfigem Geschmack. Mmmmmh!

In einer Seitengasse versteckt, trägt die Location zum sympathischen Charme des Ladens bei. Einladend leuchtet es abends dem durstigen Stadtwanderer entgegen, der die Einkaufsmeile Nieuwendijk verlässt.

Die Musikauswahl, die Biere und nicht zuletzt die netten oft auch einheimischen Besucher verleiten zum langen Verweilen.

Homepage: http://cafe-belgique.nl/

Adresse: Gravenstraat 2

Den Soundtrack zur Bar gibt’s auf Spotify. Empfehlenswert!

Der Link zum Bier: La Chouffe

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5. Whiskeycafé L&B – was für später in der Nacht

IMG_7107Versteckt hinter einer absolut unscheinbaren Tür offenbart sich diese Perle einer Whiskeybar.

Noch nie habe ich eine so volle Bar gesehen, die dennoch (oder gerade deswegen?) dermaßen einladend war. Gern habe ich sogar auf der Treppe Platz genommen, jedes andere Fleckchen war von Wiskeyflaschen und/oder Menschen besetzt.

Großartig fachkundige Kellner, die einen nur mit Whiskeywissen überfrachten, wenn man es auch wünscht. Für jeden Besucher gibt es hier den persönlichen Lieblingswhiskey. Bei einer Auswahl von rund 1000 Sorten ist das wohl garantiert.

Wenn du keinen Bock mehr auf die Touricrowd am Leidseplein hast, ist dies das getaway Nummer 1. Herrlich untouristisch, nur nette Leute.

Hinkommen: Vom Nachtlebenzentrum Leidseplein in drei Minuten zu Fuß erreichbar

Adresse: Korte Leidsedwarsstraat 82-84

die Facebookseite der Whiskeybar: Whiskey Café L&B

Video eines Whiskeyliebhabers: Whiskey L&B von außen

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6. Bourbon Street – am Ende der Nacht

Den Laden hätte ich echt gern vor der Haustür! Das Bourbon Street in Amsterdam – benannt nach der berühmten Straße New Orleans‘ – ist beinahe ebenso berüchtigt. Hier gibt’s zuallererst allerhand Musik. Handgemacht. Internationale Jazz-, Blues-, Soul- und Funkstars geben sich hier die Klinke in die Hand. Sympathische Musikliebhaber und Biertrinker treffen sich in der Bar um der Musik zuzuhören und zusammen eine gute Zeit zu haben. Getanzt wird natürlich auch. Vor vier Uhr ist die Party hier nie zuende!

Hinkommen: 5 Minuten vom Partyzentrum am Leidseplein um die Ecke in Richtung Prinsengracht.

Adresse: Leidsekruisstraat 6-8

Bis 23.00 Uhr kommt man meist umsonst rein, richtig lohnt es sich aber erst später. Nach 23 Uhr wird ein kleiner Eintritt von drei bis fünf Euro erhoben.

Internet zum Konzertkalender abchecken: www.bourbonstreet.nl

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7. Geheim! 😉

Nun wisst ihr, warum ich Amsterdam auch nach unzähligen Besuchen noch so sehr schätze!

Nach dieser Liste denk ihr zwar sicher, ich hätte nur in Bars abgehangen. Naja, stimmt nicht ganz! Sie haben mir einfach so gut gefallen, dass ich diese Auswahl nicht für mich behalten wollte! Einige besuche ich auch immer wieder, wenn ich in der Stadt bin, zum Ausruhen und/oder Party machen perfekt 🙂

Zum Weiterlesen:

Diese Website finde ich noch ziemlich spannend: www.spottedbylocals.com/amsterdam/

und diese auch: wheninamsterdam-omyamsterdamtours.blogspot.de/

Auf Englisch im Guardian gibt’s noch ein paar gute Bartipps: http://www.theguardian.com/travel/2011/jun/22/top-10-pubs-bars-amsterdam

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Hast du auch ein Juwel entdeckt? Du kannst auch nicht genug von Amsterdam kriegen? Lass es mich wissen, ich will schließlich wieder hin!

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Klasse (Geheim-)Tipps und nicht so Mainstream zu einer der schönsten Städte Europas. Mir gefällt besonders die Vielfalt der Stadt..Danke!!

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